Blut- und Atemalkohol-Glossar
 

  • AAK
    Abk. für Atemalkoholkonzentration
  • ADH-Verfahren
    Enzymatischen Verfahren zur Bestimmung der Blutalkoholkonzentration. Das Substrat NAD wird durch Alkohol zum NADH reduziert, wobei der Alkohol oxidiert wird. Als Katalysator dient das Leberenzym ADH (Alkoholdehydrogenase), nach dem das Verfahren benannt ist. Das gebildete NADH wird automatisiert fotometrisch im UV-Licht vermessen (Autoanalyser).
  • Alkoholabbau
    Ausscheidung des Alkohols aus dem Körper, beginnt bereits mit Trinkbeginn parallel zur -> Alkoholresorption. Durchschnittlicher physiologischer Abbau 0,15 ‰/h, mindestens 0,1 ‰/h, maximal 0,2 ‰/h + 0,2 ‰. -> Rückrechnung
  • Atemalkoholkonzentration
    Die beim Ausatmen abgegebene Alkoholmenge in der Atemluft, gemessen in mg/l. Eine exate Korrelation zum Blutalkohol besteht nicht, juristisch näherungsweise 1/2000 der BAK (0,25 mg/l = 0,5 ‰.
  • BAK
    Abk. für Blutalkoholkonzentration.
  • Begleitstoffanalyse
    Messung der aus Spirituosen stammenden Begleitsubstanzen im Blut nach Ultrafiltration. Durch Vergleich mit den Werten, die aus Angabe der Getränke, der Trinkmenge und der Trinkzeiten theoretisch zu erwarten sind, ist eine Überprüfung der Trinkangaben möglich. Anwendung: -> Nachtrunkbehauptung.
  • Blutalkoholbestimmung
    Forensische Messung der BAK gemäß den Richtlinien des (ehem.) Bundesgesundheitsamtes im Serum nach 2 verschiedenen Verfahren (->Gaschromatografie und -> ADH-Verfahren) in jeweiliger Doppelbestimmung. Mittelwert der 4 Einzelmessungen nach Umrechnung auf den Blutgehalt (Devisor: 1,2) ergibt die festgestellte BAK.
  • Blutalkoholkonzentration
    Die im venösen Blut enthaltene Alkoholmenge in mg/g bzw Promille. Die Messung erfolgt im -> Serum und wird auf Blutgehalt umgerechnet 
  • Gaschromatografie
    Physikalische Nachweismethode zur Auftrennung von Gasgemischen, die auf Adsorptionsvorgängen in einer Trennsäule beruht. Alkohol passiert die Trennsäule zu einer exakt bestimmbaren Zeit und wird durch Verbrennung quantitativ bestimmt. Andere flüchtige Substanzen (Aceton, Fäulnisalkohole) benötigen jeweils eigene, charakteristische Zeiten und sind gleichzeitig bestimmbar. Anwendung bei höchster Empfindlichkeit -> Begleitstoffanalyse.
  • Grenzwerte
    Juristische Festlegungen normativer -> BAK-Grenzwerte zur Tatzeit zur relativen und absoluten Fahruntüchtigkeit, die bei Erreichung bzw. Überschreitung mit Strafen belegt sind. Alternativer Grenzwert für die -> AAK zur relativen Fahruntüchtigkeit.
  • Nachtrunk
    Juristischer Begriff für eine Spirituosenaufnahme nach dem rechtsrelevanten Vorfallszeitpunkt, oftmals nach Fahrerfluchtdelikten. Überprüfung mittels -> Begleitstoffanalyse möglich.
  • Körperwassergehalt
    Anteil des Wassers an der gesamten Körpermasse nach Abzug von Fett-, Eiweiß- und Knochenmasse. Dies entspricht dem gesamten Verteilungsvolumen für Alkohol. -> Reduktionsfaktor.
  • Reduktionsfaktor
    r, In der Widmark-Formel auftretender Faktor, der durch Multiplikation mit der Körpermasse die "reduzierte Körpermasse" ergibt. Wert: Männer 0,7 Frauen 0,6 Präzisere Bestimmung nach Watson oder Ulrich, die Körpergröße und Alter mit einbeziehen. -> Körperwassergehalt.
  • Promille
    Zeichen: ‰. Kennzeichnet ein relatives Verhältnis von 1 : 1000. Ältere, jedoch noch gebräuchliche Maßeinheit für die Blutalkoholkonzentration, neuere Maßeinheit: mg/g.
  • Resorption
    Übergang des Alkohols in den Blutkreislauf und Verteilung in den gesamten wasserhaltigen Körperanteilen. Sicherer Abschluß binnen 2 Stunden, meist innerhalb von 1 - 1,5 Stunden. -> Rückrechnung.
  • Resorptionsdefizit
    Anteil der Alkoholtrinkmenge, der nicht in den Blutkreislauf übergeht, zwischen 10 % und 30 % der Alkoholtrinkmenge.
  • Rückrechnung
    Juristischer Begriff zur Ermittlung der Tatzeitkonzentration aus dem Ergebnis der später entnommenen Blutprobe unter Berücksichtigung des zwischenzeitlichen Alkoholabbaus, wobei zugunsten des Angeklagten mit dem kleinsten Abbauwert (bei Fragstellung der Zurechnungsfähigkeit mit dem maximalen Abbauwert) gerechnet wird. Voraussetzung ist bereits abgeschlossene -> Resorption.
  • Serum
    Überstand nach dem Zentrifugieren der Blutprobe, wobei die Blutkörperchen abgetrennt werden. Homogenes Untersuchungsmaterial mit 91 % Wassergehalt zur Blutalkoholbestimmung.

Weitere Begriffe finden Sie ausführlich im Alkohollexikon ALEX

 

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Letztes Update dieser Seite: 01.11.2012 - IMPRESSUM